07.08.2026 | Ein Artikel von Petra Treske-Bolle
Rückenwind: Kindern Perspektiven und Stärke für das Leben vermitteln
Der gemeinnützige Verein Rückenwind für Leher Kinder e.V. in Bremerhaven engagiert sich seit dem Jahr 2003 für Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 14 Jahren. Ziel der Einrichtung ist es, junge Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung zu stärken, ihnen einen respektvollen und höflichen Umgang miteinander zu vermitteln und sie dabei zu unterstützen, mit Rückschlägen umzugehen.
Je nach Jahreszeit besuchen zwischen 30 und 50 Kinder regelmäßig die Einrichtung. Betreut werden sie von sechs hauptamtlichen sowie sieben ehrenamtlichen Mitarbeitenden. Auffällig dabei sind das enorme Engagement und die Leidenschaft, mit denen sie diese Aufgabe meistern. Die Ehrenamtlichen werden durch Fortbildungsangebote auf ihre Aufgaben vorbereitet und begleitet.
Das Angebot von Rückenwind ist vielfältig und reicht von Hausaufgabenhilfe über Tischtennis, Dart, Kicker und Sportangebote bis hin zu Kreativ- und Bildungsangeboten. Den Kindern stehen unter anderem ein PC-Raum, ein Chillraum, eine Holz- und Metallwerkstatt sowie die Möglichkeit zum Kochen, Basteln und Klavierspielen zur Verfügung. Besonders beliebt sind der PC-Raum, Tischtennis, Kicker, die Hausaufgabenhilfe, sportliche Aktivitäten sowie das Klavierspiel. Im Winter kann zusätzlich eine Sporthalle genutzt werden.
Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit ist die Förderung von Medienkompetenz. So können die Kinder einen Medienführerschein und einen PC-Führerschein erwerben. Für die Zukunft möchte der Verein diese Angebote ebenso wie die Sportangebote weiter ausbauen.
Für viele Kinder ist Rückenwind ein wichtiger Rückzugsort. Gerade in beengten Wohnverhältnissen oder in Familien mit vielen Geschwistern finden sie hier die Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen, soziale Kontakte zu knüpfen und sich individuell zu entfalten. Die Mitarbeitenden begleiten die Kinder langfristig, entwickeln gemeinsam mit ihnen Ziele und unterstützen sie dabei, diese Schritt für Schritt zu erreichen.
Der Anteil von Kindern mit Migrationsgeschichte liegt bei etwa 70 bis 80 Prozent. Im Vereinsalltag wird ausschließlich Deutsch gesprochen, um die sprachliche Integration zu fördern. Gleichzeitig begegnen die Mitarbeitenden immer wieder Herausforderungen wie Vorurteilen, Mobbing oder mangelnden Zukunftsperspektiven. Der Stadtteil hat aufgrund seines hohen Migrantenanteils oftmals mit einem schlechten Ruf zu kämpfen.
Auch soziale und finanzielle Probleme vieler Familien werden sichtbar. Insbesondere gegen Ende eines Monats kommt es vor, dass Eltern ihre Kinder in die Einrichtung schicken, damit sie dort eine Mahlzeit erhalten. Für die Kinder entstehen grundsätzlich keine Kosten. Ausflüge, Kinobesuche und weitere Freizeitaktivitäten werden vom Verein finanziert.
In den vergangenen Jahren hat sich die Einrichtung positiv entwickelt. Das Vereinsgebäude wurde renoviert und die Angebote kontinuierlich erweitert. Dabei legt Rückenwind großen Wert darauf, Kinder nicht fremdbestimmt zu erziehen. Stattdessen werden ihre individuellen Wünsche, Ziele und Träume ernst genommen und unterstützt, sofern sie realistisch erreichbar sind. Die Mitarbeitenden möchten den Kindern Offenheit, gegenseitigen Respekt und die Bereitschaft vermitteln, Menschen nicht vorschnell zu beurteilen. Gleichzeitig sollen Kinder die Möglichkeit haben, Grenzen auszutesten und wichtige Erfahrungen für ihre persönliche Entwicklung zu sammeln.
Zum Vereinsleben gehören auch gemeinsame Feiern, etwa zu Weihnachten. Dabei lernen die Kinder unterschiedliche Traditionen und Formen des Zusammenlebens kennen. Über die Aktivitäten und Entwicklungen des Vereins informiert zudem eine vereinseigene Kinderzeitung, die viermal im Jahr erscheint.
Finanziert wird die Arbeit von Rückenwind zu rund 87 Prozent durch Spenden. Hinzu kommt ein jährlicher Zuschuss der Stadt. Aktuell ist die Finanzierung nach Angaben des Vereins für etwa sechs Monate gesichert. Für die Zukunft wünscht sich Rückenwind eine langfristig stabile finanzielle Grundlage sowie eine größere Bekanntheit in der Öffentlichkeit, um noch mehr Kinder auf ihrem Weg begleiten und fördern zu können.
