22.05.2026 | Ein Artikel von Tonja
Ein Besuch auf dem Tiergnadenhof Sandbostel
Ein Hilfsprojekt, das uns schon von Anfang an begleitet, ist der Tiergnadenhof
Rasselbande. Vielen aus unserem Team liegen Tierwohl und Schutz von Tieren besonders
am Herzen. Deshalb machten sich Denise und Tonja auf den Weg in das knapp 30 km
entfernte Sandbostel, um Tina und ihrer Rasselbande auch einmal persönlich Hallo zu
sagen. Schließlich möchten wir nicht nur die Projekte unterstützen, sondern auch die
Menschen hinter dem Ehrenamt kennenlernen, uns für ihr Engagement bedanken und
tiefere Einblicke in ihre tägliche Arbeit bekommen.
Mit vielen Fragen im Gepäck, aber ohne Ahnung, was uns gleich erwartet, parken wir vor
dem zunächst unscheinbaren Gebäude des Gnadenhofes. Da werden wir auch schon
direkt von Tina und ihrem Mann an der Tür begrüßt. Wir dürfen reinkommen!
Durch einen kleinen Flur geht es in den großen Aufenthaltsraum mit vielen Sofas, Decken
und Kuschelmöglichkeiten. Hier halten sich vor allem die älteren und schwächeren Hunde
auf, erzählt uns Tina. Und da kommt auch schon das Empfangskomitee: Fünf neugierige
Hunde schwirren um uns herum – es wird geschnuppert, gestupst und geschleckt. Sie
freuen sich sichtlich über unseren Besuch.
Tina, ihr Mann und wir kommen direkt ins Gespräch. Seit inzwischen 21 Jahren führen sie
den Gnadenhof mit viel Leidenschaft und Herzblut. Gleichzeitig merkt man schnell: Das
Thema geht ihnen auch emotional sehr nah.
Die Rasselbande soll nach und nach kleiner werden, erzählt Tina. Neue Tiere werden sie
künftig nicht mehr aufnehmen. Die Gründe dafür stellt sie immer wieder klar: zunehmender
Gegenwind von außen, Personalschwierigkeiten – und natürlich spielt auch das Alter eine
Rolle. Tina und ihr Mann geben jeden Tag alles für ihre Tiere. Das bedeutet auch, nachts
um 1 Uhr noch den letzten Kontrollgang über den Hof zu machen.
Besucher empfangen sie inzwischen nur noch in Ausnahmefällen und nach vorheriger
Anmeldung. Spenden können aber in einer Spendenbox draußen vor dem Haus
abgegeben werden.
Doch wie viele Tiere leben aktuell überhaupt auf dem Hof, will ich wissen? Das kann Tina
mir direkt beantworten: 26 Hunde, 12 Katzen, drei Ponys, ein Schwein und eine Schar
Hühner. Früher waren es deutlich mehr, zeitweise sogar 70-80 Hunde.
Wir werden durch das Gebäude geführt. Alles wirkt zwar älter, aber sauber und ordentlich.
Und das trotz der vielen Tiere, die da zuhause sind.
Bei dem Gebäude handelt es sich um einen ehemaligen Reiterhof, erklärt Tina. Das kann
man sich tatsächlich bildlich vorstellen. Ein langer Flur, von dem viele einzelne Räume
abgehen. Sie zeigen uns einen Behandlungsraum, eine Futterküche, ein Futterlager, ein
Wäschelager, einen Wäscheraum, Schlafräume für die Hunde (alle Hunde schlafen nachts
drinnen) und ein Katzenhaus mit drei (leeren) Katzenzimmern. Eine Menge Räume, die
sauber gehalten werden müssen. Ohne Unterstützung kaum machbar!
Am Hühnerstall vorbei geht es nach draußen. Du Hunde haben uns längst
wahrgenommen und machen sich lautslautstark bemerkbar. Sicherheitshalber frage ich
nochmal nach, ob wirklich alle Hunde in ihren Außengehegen sind. Denn laut Tina sind
einige Hunde dabei, die auf Fremde eher skeptisch reagieren. Verständlich – wer weiß,
was manche dieser Tiere in ihrem Leben erlebt haben. Tina und ihr Mann haben jedoch zu
jedem einzelnen Hund einen besonderen Draht aufgebaut und kommen mit ihren
Schützlingen wunderbar zurecht, stellen die beiden klar.
Wir laufen durch einen großen, naturbelassenen Garten mit verschiedenen
Hundegehegen, die alle mehr als ausreichend Platz bieten. Die Hunde verschiedenster
Rassen machen auf uns einen agilen, aufmerksamen und gepflegten Eindruck. Zu Einigen
erzählt Tina uns ihre Geschichten und warum sie bei der Rasselbande gelandet sind.
Anschließend zeigen sie uns noch die drei Ponys, die gerade auf der Weide grasen. Alle
drei haben gesundheitliche Probleme und benötigen Medikamente. Schöne Tiere, die wir
da streicheln dürfen!
Morgens können alle Hunde gemeinsam auf der großen Pferdeweide toben und spielen,
erzählt Tina weiter. Überhaupt gibt es auf dem Gelände viele Möglichkeiten zum Rennen,
Verstecken und Kuscheln. Hier darf Hund einfach Hund sein.
Nach dem Rundgang bleibt für mich noch eine wichtige Frage offen: Wofür werden aktuell
am dringendsten Spenden benötigt?
Die Antwort kommt sofort: Tierarztkosten. Diese können schnell enorme Summen
erreichen. Darüber hinaus werden ständig Gelder für Futter, Stroh und Heizkosten
benötigt.
Nach knapp 1,5 Stunden verabschieden wir uns mit einem kurzen Erinnerungsfoto.
Was wir an diesem Vormittag kennenlernen durften? Ein Paar, das ihre Freizeit kranken,
alten und nicht gewollten Tieren widmet. Zwei Menschen, die trotz ihres großem
Engagements viele Rückschläge und Gegenwind erfahren mussten und dennoch nicht
aufgeben. Und natürlich viele besondere Tiere, für die ein liebevolles Zuhause geschaffen
wurde, wo sie gewollt sind und einfach leben dürfen.
Danke an Tina und ihr Team, dass wir zu Besuch kommen durften. Und danke, dass ihr
jeden Tag so großartiges leistet!
