22.05.2026 | Ein Artikel von Christian
Zu Besuch bei der Igelpflege im Landkreis Cuxhaven
Es ist ein ruhiger Vormittag, als wir den Garten von Stefanie Röse in Osterbruch betreten. Doch hinter der scheinbaren Idylle verbirgt sich ein Ort, an dem täglich um das Überleben kleiner Wildtiere gekämpft wird. Marie-Luise und Christian von Weser-Elbe hilft haben die Igelpflege im Landkreis Cuxhaven besucht – und schnell gespürt: Hier geht es um weit mehr als nur Tierpflege.
Ein Garten voller Leben – und Verantwortung
Die Igelstation liegt direkt im Garten der Familie Röse. Zwischen Gehegen, Futterstellen und Pflegeplätzen wird schnell klar, wie viel Arbeit und Herzblut hier hineinfließt. Aktuell werden rund 30 Igel versorgt, im Frühjahr waren es sogar bis zu 86 Tiere gleichzeitig.
Jeder einzelne von ihnen hat seine eigene Geschichte – und ohne Hilfe oft keine Chance.
Wenn Hilfe zu spät kommt – und manchmal gerade noch rechtzeitig
Während unseres Besuchs werden am Vormittag zwei neue Igel gebracht. Einer von ihnen ist stark abgemagert. Es fehlt ihm nicht an Schutz – sondern schlicht an Nahrung. Ein Schicksal, das häufiger vorkommt, als man denkt.
Jeder Neuankömmling wird zunächst untersucht, versorgt und individuell betreut. Ziel ist es immer, die Tiere wieder zu stabilisieren und später in die Freiheit zu entlassen.
Und manchmal endet die Reise nicht im Wald, sondern im eigenen Garten eines Menschen, der helfen möchte.
Ein Zuhause auf Zeit – und eine Chance für die Zukunft
Gesunde Igel können von engagierten Menschen aufgenommen werden, die ihnen ein sicheres Umfeld bieten. Ein naturnaher Garten, ein geschützter Unterschlupf und regelmäßige Fütterung – zum Beispiel mit Katzenfutter – können für die Tiere überlebenswichtig sein.
So wird aus Hilfe ein langfristiger Schutz. Und aus einem Garten ein kleiner Zufluchtsort.
„Rund 600 Igel im Jahr“ – eine Aufgabe ohne Pause
Wie groß die Herausforderung wirklich ist, beschreibt Stefanie Röse selbst:
„Wir pflegen übers Jahr gesehen rund 600 Igel. Über den Winter verbleiben zwischen 80 und 90 Tiere bei uns. Es kommen stetig neue Igel dazu – vor allem durch Verletzungen durch Gartengeräte oder weil die Tiere ausgehungert sind. Im Sommer kommen dann zusätzlich viele Jungtiere, deren Mutter gestorben ist.“
Diese Zahlen sind mehr als Statistik – sie stehen für unzählige Stunden Arbeit, Sorge und Hoffnung.
Ehrenamt am Limit – getragen von Leidenschaft
Der Verein besteht seit 2016 und zählt rund 70 Mitglieder, etwa 15 davon sind aktiv im Einsatz. Käfige reinigen, Tiere versorgen, füttern, beobachten – jeden Tag, ohne Pause. Alles ehrenamtlich.
Die Igel kommen dabei nicht nur aus der Region, sondern teilweise aus ganz Deutschland. Hinter jedem Tier steht eine Geschichte – und hinter jeder Rettung ein enormer Einsatz.
Helfen ohne Netz – finanziert nur durch Spenden
Trotz dieser wichtigen Arbeit gibt es keine feste öffentliche Unterstützung. Die Igelpflege finanziert sich vollständig durch Spenden. Futter, medizinische Versorgung, Materialien – all das muss getragen werden.
Selbst die Eingangsuntersuchungen übernimmt Stefanie Röse inzwischen eigenständig, nachdem sie sich das nötige Wissen in Zusammenarbeit mit einer Tierärztin angeeignet hat.
Ein Ort, der bewegt
Was bleibt, ist großer Respekt. Für das, was hier geleistet wird. Für die Zeit, die investiert wird. Und für die Hingabe, mit der jedes einzelne Tier versorgt wird.
Unser Besuch hat uns tief beeindruckt – und einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, solche Orte sichtbar zu machen.
Jetzt helfen – jeder Beitrag zählt 🦔
Die Igelpflege im Landkreis Cuxhaven ist auf Unterstützung angewiesen. Jeder Euro hilft, Leben zu retten. Jeder Garten kann ein Zufluchtsort sein.
👉 Unterstützen Sie die Igelpflege mit einer Spende oder helfen Sie selbst – gemeinsam können wir dafür sorgen, dass diese wichtige Arbeit weitergeführt werden kann.
